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Romanistik

Pastrufazio e Pasticcio – I 'Disegni Milanesi' di Carlo Emilio Gadda

Datum: 22.06.2026, 09:30 - 18:00 Uhr
Kategorie: Tagung
Ort: Hubland Nord, Geb. 21, Raum 1.001
Veranstalter: Prof. Dr. Martha Kleinhans, Dr. Julius Goldmann (Neuphil. Institut/Romanistik)

Der italianistische Studientag mit jungen italienischen und deutschen Gaddisti möchte aus trans­disziplinärer und trans­nationaler Perspektive unter­schied­liche, neuere Forschungs­ansätze zu dem berühmten Mailander scrittore-ingegnere Carlo Emilio Gadda (1893–1973) vorstellen. Im Zentrum soll Gaddas Ende 1943 publizierte Text­sammlung L’ Adalgisa. Disegni milanesi stehen. Das Binom Pastrufazio und Pasticcio im Veranstaltungs­titel markiert mögliche Ansatz­punkte für die Diskussion, indem es den Blick auf Gaddas Vorliebe für Sprach- und Wort­spiel lenkt, seine möglichst viele Varietäten und Register des Italienischen aufrufenden änigmatischen Sprach­schöpfungen, die in den Tiefen menschlicher Psyche schürfen. Pastrufazio steht für Gaddas Vater­stadt Mailand, welcher der „Robespierre della borghesia milanese“ mit besonderer Hass­liebe verbunden war. Das Knäuel seiner komplizierten Identität versuchte er mit Hilfe einer ausgefeilten Poetik des Pasticcio in eine komplexe sprach­liche Ordnung zu über­führen.

Der Elektro­ingenieur mit philosophischen Ambitionen wählte für seine Sammlung fiktionaler Texte den Titel L’Adalgisa. Disegni milanesi nicht zufällig. Warum kehrt der Name der Protagonistin der letzten gleich­namigen Erzählung Adalgisa auch als Teil des Titels der ganzen Sammlung wieder? Welche Bedeutung kommt dieser Frauen­figur zu und ihrem lombardischen Namen? Der Begriff disegni evoziert nicht nur den Fragment­charakter dieser Texte, sondern auch die technischen Zeichnungen des Ingenieurs, das Roman­projekt des Schrift­stellers und die künst­lerisch ausgefeilten Zeichnungen bedeutender Maler.

Verbirgt hier der Philosoph und Kunst­liebhaber Gadda seinen Ehrgeiz, in einer Art paragone sich im Medium der Schrift mit den Werken großer Künstler und Kunst­theoretiker, wie etwa Roberto Longhi, zu messen? Gadda zeichnet sich durch eine enzyklo­pädische Bildung aus: Dank seiner hoch­gebildeten Mutter war er in der antiken lateinischen Literatur, aber auch der französischen Literatur des 19. Jahr­hunderts heimisch, als Kriegs­gefangener in Deutsch­land lernte er Deutsch und freundete sich mit dem Germanisten Tecchi an. Beruflich erwarb er Auslands­erfahrungen in Argentinien und beschäftigte sich auch intensiv mit spanisch­sprachiger Literatur. Welche Rolle spielt in den Disegni milanesi der Austausch mit fremden Kulturen und Literaturen? Während dank expliziter Nennungen die Bezüge zu Emile Zola und Charles Baudelaire relativ gut erforscht sind, ist die Auseinander­setzung des selbst­ernannten „minimissimo Zoluzzo di Lombardia“ mit anderen französischen Autoren, wie etwa Gustave Flaubert – man denke nur an Flauberts Felicité aus Un cœur simple – noch weniger gründ­lich erforscht.

Aktuelle narrato­logische, rhetorische, inter­textuelle, bild­wissen­schaft­liche oder literatur­sozio­logische Theorien und methodische Zugriffe gilt es an Gaddas Disegni milanesi zu erproben. Ermöglicht der Vergleich mit antiken Satirikern die Sozial­satiren Gaddas besser zu verstehen? Wie steht es mit dem Einfluss von Jean Pauls Humor auf Gadda? Die Zusammen­schau italienischer und deutscher Forschungs­traditionen vermag, so die berechtigte Hoffnung, der Gadda­forschung neue wert­volle Impulse zu geben.

Programm

09:30 Uhr Martha Kleinhans (Würzburg)
Saluto e introduzione : C. E. Gadda – "Un meraviglioso disegnatore"?
10:15 Uhr Luca Mazzocchi (Bologna)
Forme dell'euresi nell'ultimo "disegno milanese" dell'Adalgisa
11:00 Uhr Pause
11:15 Uhr Katharina List (Eichstätt-Ingolstadt)
Psittacismo e idées reçues. Alcune osservazioni su Flaubert e Gadda
12:00 Uhr Julius Goldmann (Würzburg)
Il mosaico metropolitano di Gadda: percorsi tra fonti inedite e forme narrative
12:45 Uhr Mittagessen in der Mensa
14:15 Uhr Giorgia Ghersi (Siena)
Appunti sulla grammatica del disegno gaddiano: Quando il Girolamo ha smesso ...
15:00 Uhr Stephan Feldhaus (Würzburg)
Sulla qualità satirico-digressiva dell'enumerativo nei "disegni milanesi" di Gadda e in "Dalla vita di un fauno" di Arno Schmidt
15:45 Uhr Kaffeepause
16:15 Uhr Isabel Zamboni (Pisa)
Primi sondaggi su Gadda e Jean Paul
17:00 Uhr Carolina Rossi (Pisa)
Voci dal precipizio. Sui personaggi dell'Adalgisa
19:45 Uhr Gemeinsames Abendessen im Bürgerspital

(Programmänderungen vorbehalten)

Kontakt:

Prof. Dr. Martha Kleinhans
Dr. Julius Goldmann

Plakat

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