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    Fachdidaktik – Moderne Fremdsprachen (TEFL)

    7. TEFL Day 2022: ''Brush Up your Shakespeare - Identity & Diversity''

    Identity and diversity play a major role both in Shakespeare's time and in our present time. With reference to Shakespeare's work, we want to throw new interdisciplinary insights on this topic together within the framework of the conference and thereby find approaches for teaching Shakespeare in higher education and in the school environment.

    Den vollständigen Flyer sowie die Anmeldemöglichkeiten finden Sie hier oder wenn Sie den QR-Code auf dem Flyer scannen.

    IDENTITY AND DIVERSITY: BRUSH UP YOUR SHAKESPEARE – TAGUNG FÜR LEHRENDE UND SHAKESPEARE-FREUNDE IN DER DOMSCHULE WÜRZBURG, 08./09. DEZEMBER 2022

    Die Tagung für Lehrende und Shakespeare-Freunde fand in Verbindung mit dem 7. Tag der Englischdidaktik (7. TEFL Day) am 08. und 09. Dezember 2022 in Kooperation mit der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, der Domschule Würzburg und der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft im Burkardushaus in Würzburg statt. Die beiden Tage sollten und sollen der Vernetzung fachdidaktischer Forschung und konkreter Unterrichtspraxis dienen und Universitätsdozierende, Lehrkräfte, Studierende und die interessierte Öffentlichkeit zusammenbringen. Das Anliegen war und ist es, die Lücke zwischen literaturwissenschaftlicher Shakespeare-Forschung auf der einen Seite und Shakespeare in der Lehre auf der anderen Seite zu schließen, woraus sich konsequenterweise ein Interesse an der didaktischen Umsetzung von Shakespeares Werk in Schule und Hochschule ergibt.

    Die diesjährige Tagung – ausgerichtet von Prof. Dr. Maria Eisenmann (Julius-Maximilians-Universität Würzburg und Vorstandsmitglied der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft) –  stand unter dem Motto “Identity & Diversity”. Identität und Diversität spielen sowohl in der Shakespearezeit als auch in der Gegenwart eine große Rolle und so wurde an beiden Tagen ein genauerer Blick auf die Vielfalt der entstandenen Werke geworfen und kritisch diskutiert, wie Shakespeares Werk im Spannungsfeld von Identitätskategorien wie z.B. Rasse, Klasse, Geschlecht und Sexualität gelesen und wie dies im Kontext aktueller Debatten über Vielfalt, Integration und Identität neu interpretiert und im Englischunterricht thematisiert werden kann. Im Rahmen der Tagung konnten neue interdisziplinäre Einblicke in dieses Thema gewonnen und Ansätze der Lehre Shakespeares im (Hoch-)Schulunterricht ermöglicht werden.

    Durch die Domschule Würzburg als Kooperationspartner konnte ein attraktiver Tagungsort angeboten werden, und mit Dr. Rainer Dvorak (Akademiedirektor der Domschule Würzburg) hatte das Organisationsteam eine tatkräftige Unterstützung vor Ort. Die über 40 Teilnehmenden setzten sich gleichermaßen aus Englischlehrenden an Schulen und Hochschulen, Referendaren und Studierenden aller Schularten sowie Mitgliedern der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft zusammen.

    Nach dem Grußwort des Akademiedirektors Dr. Rainer Dvorak eröffnete Prof. Dr. Maria Eisenmann (JMU Würzburg) die Tagung, indem sie auf die Frage einging, warum es angesichts der ungebrochenen Aktualität und Relevanz von Shakespeares Texten auch in der heutigen Zeit viele gute Gründe gibt, sich im Unterricht mit Shakespeare zu beschäftigen. Sie hob hervor, dass Shakespeares Texte gerade durch ihre Komplexität dazu beitragen können, vielfältige Fähigkeiten und Kompetenzen zu erwerben, um den wachsenden sozialen und globalen Anforderungen der heutigen Schülerschaft gerecht zu werden. Im Hinblick auf das Tagungsmotto “Identity & Diversity” betonte sie, dass sich die Vorträge und Workshops vor dem Hintergrund gerade in jüngster Zeit radikal veränderter medialer, digitaler sowie literatur- und kulturwissenschaftlicher Bedingungen mit der didaktischen Implementierung Shakespeares Werk in Schule und Hochschule auseinandersetzen.

    Prof. Dr. Elfi Bettinger (JMU Würzburg) bot mit ihrem Eröffnungsvortrag What a Difference the Casting Makes - Staging Diversity and Identity in Shakespearean Drama einen fulminanten Auftakt zur Tagung, der eine lebendige Diskussion über die Inszenierung und Besetzung von Shakespeares Werken auf der Bühne und im Film anstieß. Im Anschluss luden die Sängerin Baiba Urka, der Lauten-Spieler Alejandro Galiano Zurbriggen, der Sprachwissenschaftler Dr. Patrick Maiwald (JMU Würzburg) und der Kulturwissenschaftler Prof. Dr. Zeno Ackermann (JMU Würzburg) zu einem Abendkonzert zu Shakespeare-Songs – Lute Songs des 17. Jahrhunderts – ein. Hier wurden Songs aus verschiedenen Shakespeare-Dramen präsentiert, größtenteils in Fassungen in historischer englischer Aussprache, die dem 17. Jahrhundert zuzuordnen sind. Ergänzt wurde dies durch Lesungen der Texte und Einblicke in deren Entstehung und Interpretation.

    Als Referent/inn/en für die wissenschaftlichen Vorträge waren Prof. Dr. Pascal Fischer, Prof. Dr. Grit Alter und Dr. Franziska Quabeck geladen, die sich auf unterschiedlichste Weise dem Thema “Identity & Diversity” in Shakespeares Werk widmeten. So wurde beispielsweise das kulturhistorisch bedingt unterschiedliche Verständnis von Diversität heutzutage im Vergleich zur Zeit Shakespeares beleuchtet. Die aktuelle Relevanz von Shakespeares Werk im Fremdsprachenunterricht wurde anhand von Kurzfilmen erarbeitet, die im Rahmen des 400. Todestages des Literaten entstanden. Außerdem wurden utopisch-inklusive Gesellschaftsentwürfe in Shakespeares Werken und mögliche Anknüpfungspunkte für den Unterricht diskutiert. Neben den informativen und kreativen Vorträgen wurde ein Shakespeare-Improvisations-Workshop von Florian Schwartz (Improsario, München) angeboten. Zu einer besonders anregenden Diskussion kam es in dem den Abschluss der Tagung bildenden gemeinsamen kollegialen Austausch. Anhand von vorbereitenden Leitfragen zum Tagungsthema fand in kleinen Gruppen ein informeller Austausch statt, um die gegenseitige Nutzung der unterschiedlichen Kompetenzen und Erfahrungen der (zukünftigen) Lehrkräfte, aber auch die Reflexion der eigenen Lehre als Grundpfeiler von Schulentwicklung zu intensivieren. Ein Schwerpunkt der Diskussionen war die Frage, wie Lehrende mit den in den letzten Jahren stark veränderten Lehrplänen in Bezug auf Shakespeares Werk umgehen. Wie bei vielen zurückliegenden Tagung bekräftigten die Teilnehmer/innen erneut den Appell, Shakespeare in der (Hoch-)Schullehre wieder stärker zu verankern. Abgerundet wurde das Programm schließlich von einem gemeinsamen Theaterbesuch des Stücks „Grief, Conflict, Love“ der English Cultural Association Würzburg, in dem Themen, Szenen und Motive aus verschiedenen Shakespeare-Dramen aufgegriffen und zu einem bunten, kurzweiligen Potpourri verbunden wurden.

    Die Resonanz der Teilnehmer/innen sowie der Referent/inn/en auf das abwechslungsreiche und informative Tagungsprogramm war insgesamt sehr positiv. Auch aus Sicht der Ausrichtenden der Tagung war die Veranstaltung ein voller Erfolg – ein praxisorientierter, anregender Austausch auf allen Ebenen.

    Maria Eisenmann (JMU Würzburg)