Studientag: Kalkulierte Katastrophe: Zum Verhältnis von Umwelt- und Energiekrise in der Postmoderne
12/10/2025Datum: 10.12.2025, 10:00–15:00 Uhr
Ort: ZHSG, Raum 2.013
Veranstalter: Dr. Conrad Fischer (Germanistik, JMU), Lena Pfeifer (Amerikanistik, JMU)
Programm
10:00–10:15: Willkommen und kurzes Begrüßungswort
10:15–11:45: Teil 1: Einführung in die Methoden und Begriffe des Ecocriticism und der Environmental Humanities (Dr. Conrad Fischer, Lena Pfeifer)
11:45–13:15: Mittagspause
13:15–14:45: Teil 2: Gastvortrag (Dr. Antonia Villinger, FAU Erlangen-Nürnberg): „Energie und Literatur. Braunkohle als Energieträger in Ingrid Bachérs Roman Die Grube und Matthias Jungs Fotoband Revier“
14:45–15:00: Abschlussdiskussion
Der Studientag beschäftigt sich im ersten Teil – neben einer grundlegenden methodischen und begrifflichen Einführung in den Ecocriticism und die Environmental Humanities durch Lena Pfeifer (Amerikanistik, JMU) und Dr. Conrad Fischer (Germanistik, JMU) – mit Fragen der literarischen Darstellung und Reflexion von Umweltkatastrophen im Kontext von Energiekrisen. In welchem Verhältnis stehen Umwelt-, Natur- und Energiekrise bzw. wie lassen sich Krisen- von Katastrophenphänomenen differenzieren? Inwiefern sind Umweltkrisen auch als Krisen der Kultur zu verstehen? Welche Motive und Narrative bilden sie aus und kann es diesbezüglich eine literarische Ästhetik oder Poetik der Katastrophe nach Uwe Japp (2012) geben, die in Anlehnung an Nicolai Hannigs Monographie Kalkulierte Gefahren (2019) als Bewältigungsmechanismus kalkulierter Katastrophen fungiert oder sogar fungieren muss?
Im zweiten Teil behandelt Dr. Antonia Villinger (FAU Erlangen-Nürnberg) in ihrem Gastvortrag „Energie und Literatur. Braunkohle als Energieträger in Ingrid Bachérs Roman Die Grube und Matthias Jungs Fotoband Revier“ den Verbund von Umwelt- und Energiekrise. Denn im Rheinischen Revier wird weiterhin Braunkohle abgebaut und das hat gravierende Auswirkungen auf die Natur und die Umwelt: Ganze Dörfer werden umgesiedelt und der Boden, der zurückbleibt, ist unfruchtbar. In der Literatur werden diese Transformationsprozesse einschlägig verhandelt. Der Vortrag rückt im Anschluss an die Energy und Environmental Humanities exemplarisch zwei Texte in den Blick: Ingrid Bachérs Roman Die Grube und den Fotoband Revier von Matthias Jung. Er zeigt, dass der Braunkohletagebau Biographien verändert, Konzepte von Heimat in Frage stellt und leere Landschaften zurücklässt.
Der deutschsprachige Studientag richtet sich vorwiegend an Master-Studierende und Doktorand*innen der Literatur- und Kulturwissenschaften, ist aber darüber hinaus auch offen für alle weiteren Interessierten.
Um Anmeldung wird gebeten bis zum 28.11.2025 unter eh@uni-wuerzburg.de. Ein Reader mit den grundlegenden Materialien wird nach Anmeldeschluss an alle Teilnehmenden versendet.
